Warum ein Hochbeet im Gewächshaus viel Energie spart

Hochbeete im Gewächshaus

Gewächshäuser sparen Energie und lassen Pflanzen auch bei ungünstigen Witterungsverhältnissen gedeihen, das wissen viele (Hobby-)Gärtner. Und auch die Vorzüge eines Hochbeetes haben sich inzwischen herumgesprochen. Wie man beide kombiniert und dadurch den maximalen Energiespareffekt nutzt, ist jedoch noch nicht so bekannt. Zeit, das zu ändern!

Wie ein Gewächshaus Energie spart

Die Konstruktion eines Gewächshauses ist nicht zufällig entstanden: Die Sonnenstrahlung besteht teilweise aus sichtbarem Licht. Glas und Plastewerkstoffe wie Folie und Stegplatten sind für das sichtbare Licht, das relativ kurzwellig ist, durchlässig. Das Licht kann also gut in das Gewächshaus eindringen. Der dunkle Boden und die Pflanzen absorbieren das Licht, es kommt zur Erwärmung. Die Wärmestrahlung wiederum ist langwellig und kann Glas und Plastewerkstoffe fast nicht durchdringen. Der Effekt: Das Gewächshaus heizt sich auf, wir sprechen vom Treibhauseffekt. Auch Autofahrer kennen diesen Effekt sehr gut.

Wie stark sich der Effekt ausprägt, hängt von der Bauart ab. Man unterscheidet bei Gewächshäusern zwischen der traditionellen Bauweise (ursprünglich aus Glas, seit einigen Jahren auch mit Plaste-Stegprofilplatten) und diversen Abwandlungen, z. B. Folientunnel, Folienzelt etc. Auch das Frühbeet, das Tomatenhaus und selbst die Pflanzhaube sind prinzipiell Gewächshäuser.

Man nutzt beim Gewächshaus also den altbekannten Treibhauseffekt, um den Pflanzen ein ideales Klima zu bieten, diese somit auch bei ungünstiger Witterung erfolgreich aufziehen zu können und dabei auch noch Energie zu sparen, etwa für eine Heizung.

Und jetzt kommt das Hochbeet ins Spiel …

Ein klassisches Hochbeet ist weit mehr als nur eine rückenschonende Pflanzkiste, es ist – genau wie das Gewächshaus – ein kleines biologisches Heizkraftwerk. Durch den gezielten Schichtaufbau nutzt es den Effekt der Selbsterwärmung, um die Vegetationsperiode zu verlängern und externes Heizen überflüssig zu machen.

Das Herzstück dieses Systems ist die sogenannte Rotte. Ein Hochbeet wird von unten nach oben mit grobem Holzschnitt, Laub, Grasschnitt und schließlich Kompost sowie Muttererde befüllt. Im Inneren zersetzen Mikroorganismen das organische Material, bei diesem biochemischen Prozess wird Energie in Form von Wärme frei. So kann die Innentemperatur eines gut geschichteten Hochbeetes bis zu 8 Grad über der Bodentemperatur liegen. Diese Eigenwärme schützt die Wurzeln vor spätem Bodenfrost und fördert ein schnelleres Wachstum.

Nutzt man nun das Hochbeet in einem Gewächshaus, maximiert sich die Energieersparnis. Das Gewächshaus fungiert als schützende Hülle, die die aufsteigende Erdwärme einfängt und am Entweichen hindert. Die Sonne erwärmt tagsüber die Luft, das Hochbeet liefert nachts die nötige Grundwärme von unten. Das Ergebnis: In vielen Gewächshäusern müssten elektrische Frostwächter oder Gasheizungen eingesetzt werden, um die empfindlichen Kulturen zu schützen. Ein Hochbeet ersetzt diese fossile oder elektrische Energie durch rein regenerative Biowärme.

Durch die Schichtung wird Abfall außerdem zu einer wertvollen Ressource. Die Selbsterwärmung spart Energie, indem sie natürliche Verrottungsprozesse als Heizung nutzt. In Verbindung mit einem Gewächshaus entsteht ein autarkes Mikroklima, das den Ertrag steigert und den ökologischen Fußabdruck des Gartens massiv verbessert. Wer diesen großartigen Effekt der Natur nutzt, erntet früher, länger und nachhaltiger.

Tipp: Hochbeet und Gewächshaus im Kleinen kombinieren – mit einem Frühbeet!

Wer nicht den Platz bzw. den Bedarf für ein Gewächshaus hat, kann trotzdem die hier beschriebenen Effekte nutzen: mit einem Frühbeet. Schon der Name deutet auf den Verwendungszweck hin, es handelt sich hier um ein spezielles Beet zur Verfrühung der Ernte. Auch hier ist es wieder der Treibhauseffekt, der dies bewirkt. So können etwa der Anbau von Salat und Radieschen, aber auch von Kräutern, Kohlrabi sowie die Anzucht von Jungpflanzen mit einem Frühbeet optimiert werden.

Im Sommer lässt sich das Frühbeet zudem für wärmeliebende Pflanzen verwenden. Dafür sind jedoch ein paar regelmäßige Arbeiten nötig, u. a. die regelmäßige Bewässerung, ebensolches Lüften, Wärmestaus vermeiden und Unkraut jäten. Es gibt aber mittlerweile Tools wie Bewässerungsautomaten und automatische Fensteröffner, die das vereinfachen.

Frühbeete sind im Handel in vielfältigen Größen und Materialien, von Kunststoff über Holz, Metall bis Beton oder gar aus Steinen gemauert, zu haben. Bauanleitungen für Hobbybastler gibt es vielfach im Internet. Wichtig ist die Ausrichtung der geneigten Glas- oder Kunststofffläche nach Süden. Zudem sollte das Frühbeet nicht zu flach sein, damit die Pflanzen genügend Platz haben.

Neben dem herkömmlichen Frühbeet gibt es diverse Sonderformen, etwa das Mistbeet, welches sich über der Drainageschicht durch eine kräftige Einlage aus Pferdemist auszeichnet. Diese Form des Frühbeets wird auch als „Warmbeet“ bezeichnet. Man nutzt es, um deutlich früher in die Gartensaison zu starten und schon ab Februar oder März Gemüse anzubauen, wenn es draußen eigentlich noch zu kalt ist.

Kai arbeitet als Verlagsleiter, Publisher und Journalist und beschäftigt sich primär mit aktuellem Tagesgeschehen und dem Themenbereich rund um Immobilien und Garten. Dennoch sind ihm auch andere Themenbereiche nicht fremd und er arbeitet sich gerne in neue Sachverhalte ein. Ihm ist wichtig, dass Texte nicht nur informieren, sondern wirklich weiterbringen: verständlich, sauber eingeordnet und ohne unnötiges Drumherum. Wenn er nicht schreibt oder Projekte betreut, findet man ihn draußen oder im Fitnessstudio.